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Die „Händlerin der Worte“ macht Reden zu Gold

Sechstklässler der Mittelschule Gersthofen präsentieren realitätsnahes Theaterstück

Hallo, ich hoffe, dir geht es, ach, ich weiß nicht, wie ich`s sagen soll?  Es tut mir, hm, dass ich, ähm…. In manchen Situationen bleibt einem bisweilen buchstäblich die Sprache im Halse stecken. Doch ein falsch benutztes oder schlimmer, ein nicht gesagtes Wort kann manchmal zutiefst verletzten. Wäre es da nicht gut, wenn man sich im Geschäft für jede Situation einen passenden Ausdruck kaufen könnte? Im Theaterstück „Die Händlerin der Worte“ (geschrieben von Claude Theil und Thomas Lange), aufgeführt von den Schülerinnen und Schülern der Klasse 6b der Mittelschule Gersthofen, entdecken Jonas und Leonie tatsächlich einen solchen Stand auf dem Wochenmarkt. Eine, ehrlich gesagt, sehr „schräg aussehende“ Dame mit Hut und Schürze vertreibt dort, zwischen Gemüse und Fisch, „Worte des guten Zusammenlebens“. Die Kinder staunen nicht schlecht, als sie erfahren, dass sogar die eigene Mutter dort hin und wieder einkauft – zum Wohle des Familienlebens. Doch schon bald geschieht ein Unglück, denn ein dreister Dieb stiehlt die „guten“ Worte…

Die Lehrerin Daniela Otto hatte während des Schuljahres die Geschichte des Stücks im Deutschunterricht behandelt und ihre Schülerinnen und Schüler damit begeistert. Schnell war daraus im Unterricht ein Theaterprojekt entwickelt und aus dem Text ein eigenes Drehbuch geschrieben worden. Hierbei wurden die Dialoge nicht festgelegt, die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler improvisierten und gestalteten die Gespräche während der Vorstellung selbst. Wer nicht auf der Bühne agierte, beteiligte sich an der Gestaltung der Bühnenbilder. Die Aktion habe, so Daniela Otto, das Selbstwertgefühl und die Klassengemeinschaft sehr gestärkt. Die Mädchen und Buben präsentierten den Zuschauer während der Vorstellung auf der Bühne eine imaginäre Welt, in der es zeitweise nur noch „dunkle“ oder sogar böse Worte gab und kamen auf diese Weise der Realität erschreckend nahe. Der Biberbacher Kinderchor unter Leitung von Frau Balser sang auch während der Umbauten zum Stück passende Lieder. Am Ende der Aufführung hatten sich die Sechstklässlerinnen und Sechstklässler den Applaus und alle guten Worte der Welt redlich verdient.