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Lehrer auf vier Pfoten präsentiert lebensrettende Kunststücke

Im PCB-Unterricht zeigt ein Diabetiker-Warnhund sein Können

Einen flauschigen Lehrer auf vier Pfoten bekamen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10M und der VOR II-Klasse der Mittelschule Gersthofen zu Gesicht. Deren PCB-Lehrerin, Heike Körfer, hatte sich zum Thema „Diabetes“ zwei besondere Referenten geladen: Gino, ein spanischer Wasserhund und sein „Frauchen“, Tanja Steinhauser aus Gablingen. Diese war vor einigen Jahren an der Autoimmunkrankheit Diabetes Mellitus, auch bekannt als Typ-1-Diabetes erkrankt. Hierbei werden die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört, das Hormon Insulin wird darum vom Körper nicht mehr selbst gebildet, es muss mit Spritzen injiziert werden.

In der Praxis ist dies ein komplizierter Vorgang: Passt die durch die Nahrung aufgenommene Menge an Kohlenhydraten nicht mit der gespritzten Insulinmenge überein, kann es zu hohen oder zu sehr tiefen Blutzuckerwerten kommen. Letzteres kann zu lebensbedrohlicher Ohnmacht führen – für Tanja Steinhausen ein Problem. Sie trägt für die Insulinabgabe eine Insulinpumpe. Zwar bemerkt sie starke Unterzuckerungen, doch manchmal einfach zu spät.

Vor einiger Zeit hatte die Verwaltungsangestellte einen Bericht über einen Diabetikerhund gelesen, der Patienten vor Unterzuckerungen warnt, doch die Anschaffung für rund 20000 Euro gestaltete sich als teuer. „Daraufhin habe ich entschieden, selbst meinen Hund hierfür auszubilden“, erklärte Tanja Steinhausen den interessierten Schülerinnen und Schülern. Doch damit nicht genug, mit Hilfe einer Fachkraft aus Baden-Württemberg ließ sie sich selbst zur Hundetrainerin ausbilden.

Am Vormittag an der Mittelschule durfte Gino zeigen, was er schon gelernt hatte. So bediente er beispielsweise nach dem Schnüffeln an einem T-Shirt eine automatische Nachttischleuchte und knipste das Licht an. Das T-Shirt, so Steinhausen, habe sie getragen, als sie einen sehr niedrigen Zuckerwert gehabt hatte. Diabetikerhunde erfassen – so die Annahme der Wissenschaft, sowohl Unterschiede im Geruch als auch die veränderte Körpersprache des Menschen während einer Unterzuckerung. „Durch bellen, stupsen oder kratzen weckt mich Gino beispielsweise, wenn ich im Schlaf eine Unterzuckerung erleide“, erklärte die Referentin weiter.

Die Schülerinnen und Schüler konnten an diesem Vormittag nicht nur viele Informationen zur Autoimmunkrankheit erfahren, sie fanden Ginos lebensrettende Kunststücke auch sehr bemerkenswert. Nach dem Unterricht zog sich der tierische Helfer allerdings für ein kurzes Schläfchen hinter die Tafel zurück.