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Rechnen, schreiben, lesen: So klappt das entspannte Üben zuhause

Vortrag zur Lernförderung für Eltern an der Mittelschule Gersthofen

„Also lautet ein Beschluss, dass der Mensch was lernen muss. Nicht allein das ABC, bringt den Menschen in die Höh`. Nicht allein in Schreiben, Lesen, übt sich ein vernünftig Wesen, nicht allein in Rechnungssachen, soll der Mensch sich Mühe machen (…)“. Wie schon Wilhelm Buschs` „Max und Moritz“ plagen sich seit Jahr und Tag tausende Schülerinnen und Schüler durch das Lernpensum der deutschen Bildungseinrichtungen – nicht immer mit Spaß und Vergnügen. Verschiedene Schulmodelle wie Ganztagsschulen, Hausaufgabenbetreuung oder Förderunterricht sollen der individuellen Förderung dienen. Auf das vertiefende, selbstständige Lernen zu Hause darf - soll sich Erfolg einstellen - trotzt allem nicht verzichtet werden.

Wie können Eltern ihren Kindern dabei helfen? Zu diesem Thema sprach Astrid Brüggemann vom Verein “LBV“ mit Sitz in Berlin an der Mittelschule Gersthofen. Diese gemeinnützige Initiative setzt sich bundesweit mit kostenlosen Vorträgen zum Thema „Lernen“ für Chancen- und Bildungsgleichheit ein. In einem kurzweiligen Vortrag stimmte sie die interessierten Zuhörer zunächst mit einigen „Mitmachübungen“ auf aktivierende Lernmethoden ein, die laut moderner Lernpsychologie die Gehirnfunktionen unterstützen sollen. Wichtige Begriffe könnten, so die Referentin, beispielsweise in Geschichten oder Sprichwörter eingebunden werden. Sehr wichtig, so Brüggemann, seien bei allen Lernprozessen immer ein geordneter Rahmen und Struktur. Ordentliche Heftführung und Lernutensilien seien unverzichtbar, ebenso Wiederholungen und Bewegungspausen an der frischen Luft. „Computerspielen ist keine Pause“, betonte die Expertin, denn das Gehirn könne das Gelernte dabei nicht verarbeiten. Verteufeln wollte die Lernexpertin die neuen Medien allerdings nicht gänzlich. Lernvideos im Internet können den Kindern eine Hilfe bieten, doch sollte deren Anwendung im Beisein der Eltern geschehen. Zu leicht sei sonst die Versuchung, in andere Angebote der digitalen Welt abzugleiten.

Im zweiten Teil der Veranstaltung ging die Referentin auf die verschiedenen Lerntypen ein. So werde die gleiche Aufgabenstellung von den unterschiedlichen Typen differenziert bewertet und bearbeitet. Ein emotionaler Schüler brauche eine andere Lernumgebung, andere Aufgaben und andere Strukturen als ein chaotisches, aktives Kind. „Kinder brauchen die Hilfe ihrer Eltern und sie sind auch stolz, wenn sich die Erwachsenen mit ihren Aufgaben beschäftigen“. Woher nun aber sollen Eltern Wissen und die Förderaufgaben nehmen, die man dem eigenen Kind bieten will? Fragen Sie die Lehrkräfte Ihrer Tochter oder Ihres Sohns, diese können die Lerntypen des Kindes analysieren und typgerechte Aufgaben für zu Hause nennen, denn sie haben es gelernt.